01. September 2026
Bereits seit vielen Jahren ist die Unfallchirurgie des Bathildiskrankenhauses im sogenannten Durchgangsarztverfahren (D-Arzt-Verfahren) tätig und versorgt verletzte Beschäftigte nach Arbeitsunfällen. Mit der nun erteilten Zulassung zum Verletzungsartenverfahren kann das Krankenhaus künftig auch Patientinnen und Patienten mit ausgewählten schweren Verletzungen im Rahmen des Schwerverletztenverfahren der gesetzlichen Unfallversicherung behandeln. Dies betrifft beispielsweise komplexe Knochenbrüche, schwere Gelenk- und Handverletzungen sowie weitere Verletzungsmuster, die eine spezialisierte unfallchirurgische Versorgung erfordern.
Die Teilnahme am VAV ist an hohe Anforderungen gebunden. Zugelassen werden ausschließlich Krankenhäuser, die besondere personelle, organisatorische und technische Voraussetzungen erfüllen. Dazu gehören unter anderem eine rund um die Uhr verfügbare Notfallversorgung, ein qualifiziertes Schockraummanagement, jederzeit verfügbare Operations- und Intensivkapazitäten sowie moderne diagnostische Möglichkeiten. Zudem ist der Nachweis einer ausreichenden Zahl speziell qualifizierter Unfallchirurginnen und Unfallchirurgen erforderlich, die über besondere Erfahrung in der Versorgung schwerverletzter Patientinnen und Patienten verfügen und die hohen Qualitätsstandards des Verfahrens gewährleisten.
„Die Zulassung zum Verletzungsartenverfahren ist eine wichtige Bestätigung der hohen unfallchirurgischen Kompetenz unseres Hauses und meiner Abteilung“, freut sich Dr. Dirk Kebe, Chefarzt der Unfallchirurgie, Handchirurgie und Durchgangsarzt am Bathildiskrankenhaus. „Patientinnen und Patienten mit schweren Verletzungen nach Arbeits- oder Wegeunfällen können nun wohnortnah nach den besonderen Qualitätsanforderungen der gesetzlichen Unfallversicherung behandelt werden. Von der ersten Versorgung in der Zentralen Notaufnahme bis zur Rehabilitation arbeiten dabei alle Berufsgruppen eng zusammen.“
Das Bathildiskrankenhaus verfügt bereits über umfangreiche Strukturen für die Versorgung schwer verletzter Menschen. Die Abteilung für Unfallchirurgie und Handchirurgie ist als RegionalesTraumaZentrum (DGU®) von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie anerkannt und steht rund um die Uhr für die Behandlung von Notfallpatientinnen und -patienten zur Verfügung. Zum unfallchirurgischen Leistungsspektrum gehören unter anderem die Versorgung komplexer Frakturen und Mehrfachverletzungen der Extremitäten, der kompletten Wirbelsäule und des Beckens sowie die Handchirurgie.
Mit der Etablierung des AltersTraumaZentrums (DGU®) setzte das Bathildiskrankenhaus frühzeitig einen besonderen Schwerpunkt in der interdisziplinären Alterstraumatologie. Als eines der ersten Häuser in Deutschland erhielt es das Zertifikat als AltersTraumaZentrum (DGU®) und unterstrich damit seine Vorreiterrolle in der spezialisierten Versorgung älterer Patientinnen und Patienten.
„Die Beteiligung am VAV stärkt das Bathildiskrankenhaus als wichtigen Standort der Akut- und Notfallversorgung im Weserbergland“, erklärt Dr. Peter Hermeling, Geschäftsführer. „Sie ist das Ergebnis einer intensiven gemeinsamen Leistung mehrerer Bereiche. Unser Dank gilt allen Mitarbeitenden, die diese Entwicklung ermöglicht haben.“
Für die Menschen in Bad Pyrmont und der gesamten Region bedeutet diese Zulassung, dass nun auch bestimmte schwere Verletzungen nach Arbeits- und Wegeunfällen wohnortnah nach den besonderen Vorgaben der gesetzlichen Unfallversicherung behandelt werden können. Gleichzeitig stärkt die Beteiligung die Zusammenarbeit mit Rettungsdiensten, niedergelassenen Durchgangsärztinnen und Durchgangsärzten, Berufsgenossenschaften, Unfallkassen und weiterbehandelnden Einrichtungen.
Bildunterschrift: Dr. Dirk Kebe (Mitte) mit Mitarbeitenden des Verletztenartenverfahrens, das eine spezialisierte Behandlung von Unfallverletzten auf höchstem Niveau ermöglicht.