Hüft- und Kniegelenks-Arthrose: Lebensfreude zurückgewinnen

23. Mai 2022

„Wie mobil werde ich mit einem künstlichen Hüft- oder Kniegelenk sein? Kann ich wieder Sport treiben so wie früher?“ Diese Fragen vieler seiner Patient:innen kennt Prof. Dr. med. Christoph von Schulze Pellengahr, Leiter des EndoProthetikZentrums Weserbergland (EPZ) am AGAPLESION EV. BATHILDISKRANKENHAUS in Bad Pyrmont, nur zu gut. Und der Chefarzt gibt eine beruhigende Antwort: „Zwar ist fast jeder Mensch im Laufe seines Lebens von Arthroseschmerzen betroffen, doch gilt die Gelenkerkrankung heutzutage als gut bis sehr gut therapierbar.“

So wurde noch vor wenigen Jahren davon abgeraten, technisch anspruchsvolle Sportarten wie Skifahren oder Golf mit künstlichen Gelenken auszuüben. „Heutzutage gilt: Wer vor der Erkrankung in einem Sport geübt war und entsprechend trainiert ist, kann diesen meist auch nach einer endoprothetischen Operation in moderater Form wieder betreiben“, so der Arzt. Überhaupt spielt Bewegung bei der Vorbeugung und Therapie von Arthrose eine wichtige Rolle. Der richtige Sport in einem sinnvollen Maß ausgeübt, schadet keinesfalls, sondern wirkt sich im Gegenteil sogar positiv aus.

Gelenksteifigkeit und stechende Schmerzen 
Eine Arthrose entsteht, wenn die Knorpelschicht in den Gelenken in einem Maße geschädigt ist, dass die Knochen bei Bewegungen und Belastungen ungeschützt aufeinander reiben. Dies verursacht weitere Schäden an den Gelenkflächen, die mit starken Schmerzen verbunden sind. „Ursache für übermäßigen Gelenkverschleiß ist meist eine zu hohe oder falsche Belastung, etwa aufgrund erhöhten Körpergewichts oder von Fehlstellungen der Gelenke“, erläutert Prof. von Schulze Pellengahr. Aber auch Bewegungsmangel zählt zu den Ursachen. Meist beginnt Arthrose schmerzlos mit der typischen Gelenksteifigkeit. Hat der Verschleiß der Knorpelschicht ein bestimmtes Maß überschritten, ruft dies die typisch stechenden, schmerzhaften Symptome hervor, welche die Mobilität beeinträchtigen. „Es gibt eine einfache Formel für die erfolgreiche Behandlung von Arthrose. Sie lautet: Je früher, desto besser“, so der Gelenkspezialist. „Denn die Schon-Haltung, die eine beginnende Gelenkerkrankung verursacht, sorgt schlimmstenfalls für Schäden an weiteren Gelenken.“

Lebensqualität zurückgewinnen 
Eine Operation wird dann notwendig, wenn konservative Maßnahmen wie Physiotherapie oder lokale Schmerztherapien nicht mehr weiterhelfen. Meist ist dies der Zeitpunkt, an dem die Patient:innen auch im Ruhezustand dauerhaft unter Schmerzen und einer erkennbaren Bewegungseinschränkung leiden. „Dann kann durch den Einsatz einer Prothese verloren gegangene Lebensqualität zurückgewonnen werden.“ 

AGA Endo-fit 
Am AGAPLESION EV. BATHILDISKRANKENHAUS kommt bei der Implantation von Hüft- und Knie-Endoprothesen das Programm AGA Endo-fit zum Einsatz. „Schmerzarm und schnell wieder aktiv“, bringt es Prof. von Schulze Pellengahr auf den Punkt. „Die Säulen dieses Programms sind eine umfassende Betreuung unserer Patient:innen in unserem Medizinischen Versorgungszentrum vor und nach dem Eingriff, ein kurzer Krankenhausaufenthalt sowie eine eng abgestimmte Rehabilitation.“ Bereits am OP-Tag können die Patient:innen sich dank fortgeschrittener OP- und Narkosetechnik an einer Gehhilfe einige Schritte bewegen. Das verringert nicht nur das Thromboserisiko, sondern gibt Vertrauen und Zuversicht in den eigenen Körper zurück. 

“Wir mobilisieren sofort“ 
Oft blicken Ärzt:innen, Pflegekräfte und Physiotherapeut:innen dabei in erstaunte Gesichter. „Nach dem Gelenkaustausch rechnen viele mit einer belastungsfreien Phase von mindestens mehreren Tagen. Moderne Genesungskonzepte wie AGA Endo-fit beziehen jedoch die Patient:innen eng mit ein und mobilisieren sofort“, sagt der Chefarzt. Meist wird noch am Operationstag oder am ersten Tag nach dem Eingriff mit einer optimierten Physiotherapie begonnen. Im besten Fall und zur Freude der Betroffenen können diese bereits nach wenigen Tagen die Klinik verlassen und die Reha von zu Hause aus antreten.“ Ein weiteres Element des Konzepts ist der muskelschonende und kosmetisch attraktive Bikinischnitt. Dabei wird nach Möglichkeit und auf Wunsch der Patient:innen ein etwa 10 cm langer, minimalinvasiver, kosmetisch attraktiver Schnitt in der Leiste gesetzt, was zu einer nur geringfügig sichtbaren Narbe führt, die sich durch das Bikini-Unterteil verbergen lässt.

Zertifizierung bürgt für extrem hohe Qualität 
Eine wichtige Orientierung bei der Wahl der Klinik gibt die Zertifizierung als EndoProthetikZentrum. „Zertifizierten Kliniken wird durch die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) eine außerordentlich hohe Beratungs-, Behandlungs- und Nachsorgequalität bestätigt“, so Prof. von Schulze Pellengahr, der stolz darauf ist, dass das EndoProthetikZentrum Weserbergland seit 2015 durchgehend zertifiziert ist und damit diese höchsten Qualitätskriterien erfüllt. „Alle Operationen in unserem EndoProthetikZentrum werden unter der Leitung von äußerst erfahrenen, sogenannten Hauptoperateuren durchgeführt. Dadurch gewährleisten wir eine extrem hohe Qualität und sorgen dafür, dass unsere Patient:innen auch mit künstlichem Gelenk mobil bleiben.“

 

Hier erfahren Sie mehr über unser Zentrum für Orthopädie, Wirbelsäulenchirurgie und Unfallchirurgie.

Prof. Dr. med. Christoph von Schulze Pellengahr Chefarzt Orthopädie und Wirbelsäulenchirurgie, Direktor Zentrum für Orthopädie, Wirbelsäulenchirurgie und Unfallchirurgie, Stellv. Ärztlicher Direktor

Die drei Hauptoperateure am Bathildiskrankenhaus sind (v.l.) Oberarzt Dr. med. Monzer Massouh, Chefarzt Prof. Dr. med. Christoph von Schulze Pellengahr und Leitender Oberarzt Frank Maus