24. März 2026
Stroke Units sind spezielle Stationen zur Überwachung und Behandlung von Menschen in den ersten Tagen nach einem Schlaganfall. Das Zertifikat erhalten ausschließlich Einrichtungen, die nach klar definierten Qualitätsrichtlinien arbeiten.
„Die erneute Zertifizierung bestätigt die hohe Qualität unserer Schlaganfallversorgung. Sie ist das Ergebnis eines hervorragend eingespielten interdisziplinären Teams, das rund um die Uhr für unsere Patientinnen und Patienten im Einsatz ist. Unser Ziel ist es, jedem Betroffenen so schnell und so wirksam wie möglich zu helfen und damit die Grundlage für ein möglichst selbstständiges Leben nach dem Schlaganfall zu schaffen“, betont Chefarzt der Neurologie Dr. Seitzer.
Bei Verdacht auf einen Schlaganfall zählt jede Minute: Je länger der Verschluss einer Hirnarterie anhält, desto mehr Gehirnzellen gehen unwiederbringlich verloren. Deshalb steht die schnelle Diagnostik an erster Stelle. Mittels Computertomographie (CT) wird zunächst geklärt, ob ein Gefäßverschluss oder beispielsweise eine Hirnblutung vorliegt – denn beide Formen erfordern unterschiedliche Therapien.
Die sogenannte Lysetherapie kann bei bestimmten Schlaganfallformen und nur innerhalb eines engen Zeitfensters eingesetzt werden, um das Gerinnsel medikamentös aufzulösen. Eine weitere wissenschaftlich belegte Behandlungsoption ist die Thrombektomie: Dabei wird ein größeres Blutgerinnsel mithilfe eines Katheters direkt aus dem betroffenen Hirngefäß entfernt.
Auf der Stroke Unit werden alle Patientinnen und Patienten kontinuierlich überwacht. Spezialisierte Pflegefachkräfte kontrollieren fortlaufend Puls, Blutdruck, EKG, Atemfrequenz, Temperatur und Sauerstoffsättigung. So können Veränderungen sofort erkannt und behandelt werden.
Frühzeitig beginnen Pflegefachkräfte und Therapeutinnen und Therapeuten mit gezielten Übungen, um Schlucken, Sprechen und alltägliche Bewegungen wieder zu trainieren. Dieses frühe Aktivieren fördert die Selbstständigkeit und hilft, verlorene Fähigkeiten möglichst rasch neu zu erlernen. Damit wird der Grundstein für eine erfolgreiche Rehabilitation und für ein möglichst selbstbestimmtes Leben gelegt.
Abschließend wird auf Grundlage aller Untersuchungsergebnisse eine individuell angepasste Sekundärprophylaxe festgelegt, um das Risiko weiterer Schlaganfälle in den kommenden Tagen, Wochen und Jahren möglichst gering zu halten.